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Gesundes Schulessen ist nötig und möglich! – Veranstaltung in der Schkola Oberland in Ebersbach PDF Druckbutton anzeigen? E-Mail
Geschrieben von: Anke Knaak & Dr. Andreas Kunze   

Am Dienstag, 13.06.2017, war Slow Food Lausitz zu Gast in der Schkola Oberland in Ebersbach.

Zu Beginn der Veranstaltung gratulierte die Leiterin des Conviviums Lausitz von Slow Food, Susanne Daubner der Geschäftsführerin der Schkola Oberland Ute Wunderlich zum herausragenden Anerkennungspreis, den die Schkola im diesjährigen Wettbewerb zum Deutschen Schulpreis errungen hat.

Zu unserer Veranstaltung konnten

 

wir über 30 Teilnehmer begrüßen, darunter Vertreter von 5 Einrichtungen, die selbst für Kinder kochen und mehrere interessierte Gastronomen. Einigen Gästen aus Dresden waren sogar 100 km Fahrt nicht zu weit.

Und es hat sich gelohnt!

Den Einstieg in den Abend gaben Katja Krüger-Stolp (Staatl. anerkannte Diätassistentin, Buchautorin, Lehrerin der ergodia) und Lisa Matt (Auszubildende ergodia). Anschaulich vermittelten sie die Grundsätze gesunder Ernährung hinsichtlich Mengen und Zusammensetzung. Sie beleuchteten Lebensmitteltrends (wie z. B. „Lebensmittel ohne ….“ – häufig auch „ohne medizinische Notwendigkeit“) und brachten uns die alarmierende Anzahl übergewichtiger Kinder näher.

Die große Zahl übergewichtiger Erwachsener belastet die Sozialsysteme stark. Umso mehr besteht dringender Veränderungsbedarf in der Ernährungserziehung und auch im -bewusstsein – so unsere Meinung.

Anschließend legten Frau Wunderlich sowie die Leiterin der Schulküche Frau Müller dar, warum vor fast 6 Jahren die Verpflegung der Schüler in eigene Hände genommen wurde – ganz wesentlich auf Druck der Schkola-Eltern und wie letztlich ein Projekt „Kinder kochen für Kinder“ entstand – durch Initialzündung eines regionalen Unternehmens, welches dafür die zeitweilige kostenlose Belieferung mit Obst und Gemüse in Aussicht stellte. Als Gegenleistung waren damals zu erbringen: täglicher Einsatz von 6 – 8 Schülern bei allen Arbeiten in der Schulküche, Informationen zur Frucht des Tages und eine entsprechende Dokumentation des Projektes.

Sehr anschaulich wurde von beiden das andauernde Ringen um die Verbesserung des Angebotes geschildert. Neuestes Ergebnis ist eine Salattheke für die Kinder. Auf erstaunte Rückfragen aus dem Publikum wurde dazu versichert, dass sich die Kinder dort gern selbst bedienen und zwar ab Klasse 1 und nicht nur einige wenige, sondern nahezu alle Kinder.

Frau Wunderlich betonte, dass sie bei allen Erfolgen durchaus noch „Luft nach oben“ sieht: die Küche verarbeitet nicht ausschließlich Bio-Produkte (aus Kostengründen und mangelndem regionalem Angebot), für die Einbeziehung der Klassen 11 und 12 in die Küchentätigkeit gibt es noch keine richtige Idee, der Abfalleimer konnte noch nicht komplett „außer Betrieb genommen werden“.

Die sehr offenen Schilderungen machten vielen im Publikum sichtbar Mut im eigenen Umfeld am Thema dran zu bleiben.

Dass das notwendig ist, war letztlich auch das Ergebnis der anschließenden Podiumsdiskussion bei der Vertreter der Schule, Eltern und Schüler darüber diskutierten, wie die Ergebnisse der Schkola zu verallgemeinern sind und wie sie die zukünftige Entwicklung im Bereich des Schulessens einschätzen.

Einerseits wurden gute Beispiele, z. B. aus Mittelherwigsdorf vorgestellt – wo die Eltern letztlich die „Entscheider“ über den Essensanbieter sind und damit ein regionaler Anbieter gebunden werden konnte. Weitere Diskussionspunkte waren: Ernährungslehre und – erziehung in Klasse 4 – 6, Überprüfung der Einhaltung des Qualitätsstandard der DGE für Schulverpflegung, mind. 45 min. Essenzeit (ohne Wege – und Wartezeit) in Gemeinschaft und Ruhe, Sachleistungen (Frühstück, Mittagessen und Vesper) mit hohem Obst- und Gemüseanteil kostenlos für alle Kinder, Neubau /Rekonstruktion von Schulen grundsätzlich mit großer Schulküche, fester Zeitplan für die Ergänzung in allen bestehenden Schulen.

Aber bereits für die Stadt Görlitz und erst recht für den gesamten Freistaat machten die anwesenden Kommunal- sowie Landespolitiker (Thorsten Ahrens, Stadtrat Görlitz; Dr. Stephan Meyer, Sächsischer Landtag) keine Hoffnung auf Veränderungen in den Rahmenbedingungen. Entscheidend sei der Druck der Eltern, das war das doch ernüchternde Ergebnis.

Ein interessanter Aspekt ergab sich im Laufe der Diskussion insoweit, als die teilnehmenden Schüler (aktuelle bzw. eine ehemalige Schülerin) ziemlich nachdrücklich auf ihr Recht auf gutes Essen verwiesen: „Man müsse ja schließlich wissen, was da drin ist.“ Auch Frau Krüger-Stolp hatte in ihrem Eingangsvortrag darauf verwiesen, dass Entscheidungen über Ernährungsweisen aus ethischen Gesichtspunkten auch unter Jugendlichen zunehmen. Vielleicht gelingt es einer neuen Generation Schülern und Eltern die Rahmenbedingungen für Schulessen zu einem wirklich wichtigen Thema für die entscheidenden Ebenen werden zu lassen.

Einstweilen machen Projekte, wie das der Schkola, Mut dran zu bleiben, weil sie zeigen dass gutes Schulessen Realität sein kann!

Beim abschließenden Imbiss, wie er auch als alltägliche Frühstücksversorgung den Schülerinnen und Schülern gereicht wird, gab es noch reichlich Gesprächsbedarf an diesem Abend.

Das Thema ist nicht abgearbeitet, denn die Sorge um die Zukunft unserer Gesellschaft beschäftigt uns weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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